Liberalreligiöse Gemeinschaften im religionspolitischen Diskurs der Weimarer Republik

Mit dem verlorenen Ersten Weltkrieg schien eine neue, eine demokratische Epoche zu beginnen, denn die alten Mächte, die Monarchen und die staatskirchliche Struktur, mussten abdanken. Die Weimarer Verfassung ermöglichte einen Neuanfang auf dem Gebiet der Religion. Die Kirchen, zumal die evangelischen suchten nach neuen Strukturen und bildeten verschiedene Kirchenkonzepte aus. Dasselbe ging auch auf dem außerkirchlichen religiösen Feld vor. Da sie zahlenmäßig klein waren suchten sie in unterschiedlichen Koalitionen, Zweckverbänden und Arbeitsgemeinschaften Einfluss auf die religiöse Entwicklung in Deutschland zu nehmen. Im Rückblick erscheint die Phase der Weimarer Republik, die man mit 1936 beenden lässt, als eine Vereinheitlichungsphase der religiösen Traditionen, auf die der Staat maßgeblich Einfluss genommen hat.

Vortragender: Dr. Ulrich Nanko, Universität Tübingen

Kurzbiographie: Ulrich Nanko, geb.1948, Studium der katholischen Theologie, der Vergleichenden Religionswissenschaft und der Vergleichenden Sprachwissenschaft an der Universität Tübingen. 1989 Promotion mit der Arbeit: Die Deutsche Glaubensbewegung. Seit 1992 Lehrbeauftragter an der PH Ludwigsburg, Universität Stuttgart und Universität Tübingen; viele Artikel zur Geschichte zur Freidenkerbewegung und deutschgläubigen Bewegung.