Einzeln und Frei oder gemeinsam für die Freiheit? Was und wie können freie Religionsgemeinschaften in der Gesellschaft (be)wirken?

Heute scheinen die Stimmen gerade konservativer religiöser Gruppen besonders  laut  zu ertönen und werden damit in der Gesellschaft sehr stark wahrgenommen. Anders ist dies mit liberalen Gemeinschaften. Nicht, dass sie sich nicht auch zu Wort melden, das tun sie, aber abwägende, eher sachliche Stellungnahmen haben nicht den gleichen medialen Effekt wie Klagen religiösen Verletztseins. Aber das ist nur die eine Seite, wesentlicher noch ist die Frage, ob und zu welchen gesellschaftlich wichtigen Themen Freie Religion überhaupt etwas zu  sagen hat oder zu sagen haben will. Und hinzu kommt die Frage, ob es nicht wichtig ist, dass Freie Religion viel stärker mit anderen zusammen spricht, auch im Wissen, wie schwer die Vielfalt der Meinungen dabei nach außen darzustellen ist. These ist: Freie Religion wird mehr miteinander für die Freiheit eintreten können, wenn sie als Haltung, nicht als Inhalt aufgefasst wird. Dass diese Haltung dann sehr wohl in gemeinsame Inhalte münden kann, ist das Spannende und die besondere Aufgabe Freier Religion und Weltanschauung.

Vortragende: Renate Bauer, Dachverband freier Weltanschauungsgemeinschaften

Kurzbiographie: Geb. 1952  in Hassloch/Pfalz, studierte Psychologie und Philosophie in Marburg, Trier und Syracuse (USA). Seit 1977 ist die Diplom-Psychologin hauptamtlich als Landessprecherin bei der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz tätig. Mehrere Jahre Auslandsreferentin des Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften. Seit 2010 Präsidentin des Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. (DFW), seit 2012 Vizepräsidentin der Europäischen Humanistischen Föderation (EHF).

Vorträge und Veröffentlichungen bei verschiedenen Tagungen der Freien Akademie und den Tagungsbänden zu Themen aus Religion, Philosophie und Psychologie. Verfasserin mehrerer biographischer Darstellungen freireligiöser Persönlichkeiten für das „Lexikon freireligiöser Personen“ (Hg. Eckhart Pilick)  und NDB. Zahlreiche Aufsätze in der Zeitschrift „Wege ohne Dogma“. 2004 Veröffentlichung im Sammelband „Ludwig Feuerbach  –  Religionskritik und Geistesfreiheit“ und 2009 in „Der beständige Wandel – Charles Darwin und das Entwicklungsdenken“.