Zwischenfälle unitarischer Geschichte: Von Puritanern zu engagierten Bildungsbürgern

Unitarismus wird oft über abstrakte und universelle Grundsätze definiert, z.B. wie „Freiheit, Vernunft und Toleranz“ oder auch als „Wert und Würde, die jeder Person inne wohnt“. Doch wie jede Tradition wurde auch der Unitarismus geprägt durch sein kulturelles Umfeld sowie durch zufällige Begebenheiten und Umstände. Diese geschichtlichen Zwischenfälle bilden den fleischlichen Körper zum Geist liberaler Religion. Ohne sie hätten wir möglicherweise keine Institutionen oder Gemeinden, um unsere Grundsätze an kommende Generationen weiter zu geben.

Dieser Vortrag untersucht fünf geschichtliche Zwischenfälle, die den Unitarismus in den Vereinigten Staaten geprägt haben: Seinen Ursprung aus der Puritanischen Kirche Neuenglands; seine Geburt gleich nach der Amerikanischen Revolution, als die Nation ihr Experiment der Religionsfreiheit wagte; die prägende Begegnung mit dem Deutschen Idealismus während der Zeit Emersons; seine symbiotische Beziehung mit Hochschulen und Universitäten sowie seine Vermählung mit der Tradition der Universalisten im Jahr 1961. Diese Schilderungen sollen die deutschen Unitarier dazu anregen, diese Zwischenfälle zu reflektieren, die ihre eigene Geschichte prägen – wie auch ihre Zukunft.

Vortragender: Prof. Dan McKanan, Havard Divinity School

Kurzbiographie: Dan McKanan ist Inhaber der Ralph Waldo Emerson Unitarian Universalist Professur an der Harvard Divinity School. Er forscht zu Religion und sozialen Wandel in den USA und ist Autor von vier Fachbüchern. Sein kürzlich erschienenes Werk Prophetic Encounters: Religion and the American Radical Tradition (Beacon, 2011) (Prophetische Begegnungen: Religion und die Tradition der Amerikanischen Radikalen), wurde mit dem Melcher-Preis 2011 der Unitarian Universalist Association ausgezeichnet.